China ohne Volksrepublik

Titelbild: Das ist Hong Kong für mich: Asiatisch, westlich und alles dazwischen

Um es gleich vorneweg zu sagen: Hongkong ist für mich eine der interessantesten Städte der Welt.

Die Atmosphäre dort ist unvergleichlich: chinesisch, britisch, international.

Geschäftsleute im Zweireiher parlieren mit Businessladies auf zentimeterhohen Highheels, fallweise die „South China Morning Post“ oder den „Starbuck’s“-Kaffeebecher in der Hand. Tätowierte Bauarbeiter auf Bambusgerüsten, dazu europäische Backpacker, amerikanische Glücksritter, australische Expats und chinesische Kommunisten – diese Mischung gibt es sonst nirgendwo auf dem Globus.

Hongkong besteht aus zwei Teilen; der Festlandseite mit dem Stadtteil Kowloon und Hongkong Island, die gegenüberliegende Insel. Persönlich gefällt mir Kowloon besser: chinesischer, chaotischer und nicht so blankpoliert wie der Inselteil. Ich lasse mich gerne durch die schmalen Seitenstraßen von Yau Ma Tei treiben; Vogelmarkt, Temple Street und Tin Hau – Tempel sind Highlights. Dazu noch die kleinen Läden mit Medizin und Lebensmitteln aus traditioneller chinesischer Produktion, gelegen an Orten mit Namen aus dem untergegangenen britischen Empire, wie Queen Victoria oder Prince Edward – das macht die Faszination Hongkongs für mich aus!

Blick am späten Nachmittag vom Peak über die Hochhäuser Hongkong Islands, den Victoria Harbour nach Kowloon

Zwar ist der Grundentwurf der Gesellschaft Hong Kongs ein chinesischer, genauer gesagt ein konfuzianisch-buddhistischer aus der Zeit vor der kommunistischen Machtübernahme dort, doch überlagert ist er von einer aufgeklärten Effizienz westlicher Prägung.

Meiner Meinung nach ist diese Mischung das Erfolgsrezept Hongkongs, Taiwans und das anderer chinesischer Communities in den Demokratien weltweit: Harte Arbeit und die Gnade, in einer politischen Ordnung zu leben, die größtmögliche Freiheit bietet.

Doch wie sich Hongkong gerade im Hinblick auf den letzten Aspekt weiterentwickeln wird, ist offen. Die aggressive Politik der Volksrepublik läßt aber wenig Raum für Spekulationen, und „Hongcouver“ ist mittlerweile der Beiname von Kanadas Vancouver…

Das Panorama fotografierte ich 2024.

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