Bahnhof Opelwerk

Titelbild: Blick Richtung Westen auf die Lackiererei

Der Wind pfeift durch die Verbindungstunnel, auf den Bahnsteigen liegen leere Zigarettenschachteln. Die roten Backsteinwände sind mit Graffitti bedeckt, von denen manches immerhin den Hauch eines künstlerischen Talents erahnen lässt.

Auf den ersten Blick ein trostloser, vergessener Ort. Und doch: Von den Bahnsteigen hat man einen spektakulären Blick auf die Fassade des alten Werksteiles. Ausgehend vom Opelturm erstreckt sich die Außenmauer der Montagehalle fast endlos entlang der Bahn Richtung Osten. Funktionell, aber monoton liegen Backsteinwände an Backsteinwände und Fenster an Fenster.

Blick nach Osten über das Fabrikgebäude aus den frühen 30´er Jahren des 20. Jahrhunderts

Und genau wie in dem berühmten Western mit Gary Cooper liegt eine morbide Stille über dem Areal. Nur daß die Wenigen, die hier warten, nicht auf das letzte Pistolenduell aus sind, sondern einfach nur nach achtstündiger Maloche nach Hause wollen.

Dunkel und beklemmend, wie in jedem alten Bahnhof auf der Welt.

Zufällig kommt man nicht hierher. Falls Sie aber die besondere Stimmung des Ortes auf sich wirken lassen wollen, setzen Sie sich für einen Augenblick auf eine Bank am Bahnhof Rüsselsheim Opelwerk. Es ist ein besonderes Erlebnis!

Die Bilder dieses Essays entstanden 2025.

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