Titelbild: Symbolisch beschützt ein Wächter den Goldenen Tempel in Amritsar
Gepflegter Vollbart, einen Turban und der Nachname Singh. Das sind Attribute, die außerhalb Indiens im Allgemeinen seinen Bewohnern zugeschrieben werden. Falsch und richtig zugleich. Falsch, weil diese Kombination nur für die Volksgruppe der Sikhs zutrifft, deren kulturelles Zentrum sich im nördlichen Bundesstaat Punjab, dem „Fünfstromland“, befindet. Richtig, weil die Sikhs eine gewisse geschäftliche Begabung entwickelt, sich im britischen Weltreich umgetan und so in der Wahrnehmung früh präsent geworden sind.
Zentren des heute geteilten Punjab sind auf pakistanischer Seite Lahore, auf indischer Amritsar, das kulturelle Zentrum des Sikhismus.
Auf den ersten Blick unterscheidet sich Amritsar nicht von jeder anderen x-beliebigen indischen Großstadt: eine unbeschreibliche Geräuschkulisse aus hupenden Autos und kreischenden Menschen liefert den Soundtrack für die gnadenlosen Normen einer Gesellschaft, die immer noch vom Kastenwesen durchdrungen ist.


Mitten in diesem Getümmel aber liegt ein ruhender Pol, das zentrale Heiligtum der Sikhs, der Goldene Tempel von Amritsar. Genau genommen handelt es sich hier um einen Komplex mit dem goldenen Gotteshaus als zentralem Punkt. Hektik, Krach und Spannung bleiben hier außen vor. Menschen spazieren gelöst am Tempelteich entlang oder hängen einfach an seinem Ufer ab. Im Wasser spiegelt sich dazu der Goldene Tempel und liefert die Kulisse für religiöse Diskussionen und angeregte Gespräche.

Vielleicht können meine Bilder etwas von der besonderen Stimmung dort rüberbringen.
Die Bildbeiträge stammen aus dem Jahr 2017.